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Mitglieder der Referenzgruppe

Die Mitglieder der Referenzgruppe stellen sich vor:

Hoffmann Franz


Ich heiße Franz Hoffmann und bin in Wien geboren und wohne da. Ich arbeite ehrenamtlich als Präsident von Freak-Verein (dazu gehören Freak-Radio und Freak-Online) und arbeite immer wieder auch in Projekten mit.

Bei mir muss die Schrift groß sein, damit ich sie lesen kann – und beim Schreiben brauche ich etwas länger. Aber ich habe bereits mit Kollegen fünfzig Texte im Leichter-Lesen-Format geschrieben und war auch bei Radio- und Fernsehinterviews dabei. Wichtig ist, dass wir Menschen mit Lernschwierigkeiten etwas länger brauchen, aber viele Dinge, die man uns nicht zutraut, dennoch lernen können.

Ich bin bei der Referenzgruppe um aufmerksam zu machen, was wirklich die Probleme von uns behinderten Menschen sind. Ich möchte den Studierenden und den Wissenschaftlern zeigen, welche Probleme es im Alltag gibt – und dass auch wir etwas verändern können.

Neben den Referenzgruppentreffen in Innsbruck und Wien war ich in einem anderen Projekt (vom AMS) bei der Auswertung und bei der Erstellung von Fragenkatalogen für Menschen mit Behinderung dabei. Außerdem habe ich auch bei Präsentationen auf Wissenschaftlertagungen mitgewirkt. Nicht vergessen darf ich meine Arbeit in einem Forschungsseminar an der Universität Wien. Hier habe ich gemeinsam mit Studierenden kleine Forschungsprojekte durchgeführt. Bei der Arbeit hat mir gefallen, dass manche Studierenden sehr interessiert an dem waren, was ich Ihnen vermitteln konnte und dass sie sehr interessiert und eifrig mitgearbeitet haben.

Sehr wichtig ist mir auch die Selbstvertretung. Selbstvertreterinnen und -vertreter sollen unabhängig sein. Oft mischen sich die Einrichtungen ein oder machen Druck. Manchmal unterschätzen manche Leiter von Einrichtungen aber auch die Selbstvertreter.

Koenig Michaela


Ich bin die Michaela Koenig, ich bin ein ganz besonderer Mensch. Geboren bin ich in Wien, aufgewachsen bin ich in Algerien. Dort war ich in einer deutschen Schule. Ich habe eine Halbschwester und einen Bruder. Ich verstehe mich sehr gut mit den beiden.

Ich habe sehr viele Lesungen gehalten, zum Beispiel in Bochum, Weimar, Wiesbaden, Brixen, Bonn und München. Ich bin Schriftstellerin und ich male auch sehr viel. Ich habe schon einige Bilder von mir verkauft, mit sehr viel Erfolg. Ich wünsche mir, dass ich das Schreiben und das Malen irgendwann auch hauptberuflich umsetzen kann. Davon träume ich und hoffe es wird irgendwann in Erfüllung gehen.

Nun zum nächsten Thema. Mein Interesse an der Forschung liegt daran, dass mir die Forschung sehr viel Spaß macht. Ich habe einfach eine richtige Freude daran, da ich nämlich einiges dazu lerne, wenn ich an etwas forsche. Ich halte dabei an etwas fest und arbeite wirklich daran. Ja, das ist mein Interesse an der Forschung, dass ich wirklich mein Potential ausschöpfen kann.

Ich habe auch bereits an Tagungen teilgenommen. Die letzte war in Innsbruck. Ich habe schon zwei Bücher veröffentlicht. Das eine hat geheißen 'Traust du mir das zu!'. Das zweite Buch hat geheißen 'Wenn ich nicht so wäre, wie ich bin'. Die sind wirklich sehr gut verkauft worden. Das zweite Buch ist leider schon vergriffen, da es nur eine kleine Auflage gegeben hat. Aber bei meinen nächsten Büchern, die ich noch veröffentlichen werde, wird es eine größere Auflage geben.

Orehounig Wolfgang


Mein Name ist Wolfgang Orehounig, ich bin 28 Jahre alt und von Beginn an bei der Referenzgruppe dabei. Ich sehe mich selbst als Forscher, auch wenn ich eine Lernschwierigkeit habe. Ich habe bereits an einem partizipativen Seminar an der Universität Wien teilgenommen. Meine Themen dabei waren 'Gesundheit und Menschen mit Lernschwierigkeiten' und 'Homosexualität und Menschen mit Lernschwierigkeiten'.

Durch die Teilnahme an diesem Seminar habe ich auf einer Tagung von 'Inclusion Europe' 2008 in Wien Kontakt zur Pädagogischen Hochschule hergestellt und war an der Entwicklung des Empowerment-Lehrgangs beteiligt und habe jetzt mit den ersten Absolventen abgeschlossen. Durch dieses Seminar an der Uni Wien habe ich auch eine Ausbildung und den Lehrgang zur Persönlichen Zukunftsplanung besucht. Ich habe bereits viele Vorträge gehalten und Tagungen besucht.

Teilnahme an folgenden Tagungen:

  • 22. Jahrestagung der Integrations- und InklusionsforscherInnen in deutschsprachigen Ländern; Bad Boll 2008
  • 23. Jahrestagung der Integrations- und InklusionsforscherInnen in deutschsprachigen Ländern; Frankfurt am Main 2009
  • 24. Jahrestagung der Integrations- und InklusionsforscherInnen in deutschsprachigen Ländern; in Innsbruck 2010
  • 15. Weltkongress von Inclusion International, in Berlin 2010
  • Tagung zu NAP in Wien
  • Außerdem Teilnahme an mehreren öffentlichen Sitzungen zum Monitoring-Ausschuss in Wien
  • Selbstvertreterwochenende  in Matrei am Brenner (Workshop geleitet)
  • Selbstvertreterkongress 'Ich-Du-Wir' in Bregenz (Workshop geleitet)

 Vorträge:

  • 'Was ist gute Unterstützung?' in Graz (gemeinsam mit Tobias Buchner)
  • 'Arbeit von Menschen mit Behinderung' bei Freak Radio (gemeinsam mit Tobias Buchner)
  • 'Personenzentriertes Denken' in Deutschland (gemeinsam mit Oliver Koenig)
  • 'Gute Unterstützung' in Bregenz 2008 (gemeinsam mit Tobias Buchner)

Pittl Daniela


Mein Name ist Daniela Pittl. Seit Oktober arbeite ich in einem Restaurant der Lebenshilfe Tirol. Dort bin ich im Service tätig. Das Restaurant heißt Lunchhaus und dort arbeiten noch andere Menschen mit Lernschwierigkeiten. Seit Oktober habe ich einen fixen Arbeitsplatz und verdiene mein richtiges Geld.

Seit 2002 bin ich aktiv in der Selbstvertretungsgruppe der GleichberechtigungsrebellInnen.

Seit 2008 arbeite ich bei der Referenzgruppe (Forschungsgruppe Wien).

Jetzt arbeite ich auch beim AMS-Projekt mit anderen Menschen mit Lernschwierigkeiten mit.

Pruckner Simon


Ich heiße Simon Prucker, bin 26 Jahre alt und komme aus Innsbruck. Seit meiner Geburt habe ich Lernschwierigkeiten. Es ist für mich sehr wichtig eine klare Struktur zu bekommen, beziehungsweise eine gute Unterstützung.

Beim Forschungsprojekt 'Berufliche Teilhabe von Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung' bin ich seit Oktober 2008 dabei und mein Forschungsinteresse liegt hauptsächlich darin, wie Menschen mit Lernschwierigkeiten so gut wie möglich am ersten Arbeitsmarkt integriert werden können. Ich als Betroffener habe es selbst am eigenen Leib erfahren, wie schwer es ist mit einer Behinderung eine Arbeit zu bekommen. Es war ein harter Kampf bis ich die Arbeit als Empfangsmitarbeiter im Beratungszentrum der Lebenshilfe Tirol bekommen habe. Ganz ehrlich, meine Perspektiven waren manchmal so schlecht, dass ich fast aufgegeben hätte.

Ich habe mich bereits öfter mit dem Thema Behinderung bei verschiedenen Tagungen auseinandergesetzt. Beim Heilpädagogischen Kongress in Wien und auf einer InklusionsforscherInnentagung in Innsbruck habe ich meine Erfahrungen aus verschiedenen Lebensbereichen wie zum Beispiel Arbeit und Schule eingebracht. In der Selbstvertretungsgruppe der GleichberechtigungsrebellInnen war ich ungefähr 5 Jahre aktiv.

Ich möchte sehr gerne in Zukunft in meiner Arbeit als Mensch mit Lernschwierigkeiten andere Menschen mit Behinderung beraten, sprich Peer Counselling Beratung anbieten. Diese Beratungsmethode finde ich sehr interessant.

Ich finde es sehr wichtig, dass Menschen mit Behinderung an der Forschung teilhaben bzw. selbst forschen. Dadurch können sie vielleicht besser verstehen, warum Integration und Inklusion so schwer umsetzbar sind. Sie erfahren, warum es immer noch so große Berührungsängste und Skepsis von Seiten vieler Unternehmen gibt, wenn es darum geht, einen Menschen mit Behinderung einzustellen.

Zum Schluss möchte ich sagen, ich bin gespannt wie es mit der Referenzgruppe weiter geht und freue mich auch auf eine in Zukunft spannende Zusammenarbeit mit den anderen Teilnehmern der Gruppe in Sachen Forschung.

Rakuschan Renate


Ich heiße Renate Rakuschan. Ich arbeite bei der Balance in der Texilgruppe und in der Tanzmontage. In der Texilgruppe bin ich z.B. für Arbeiten an der Nähmaschine und mit der Hand zuständig. Wir tun hauptsächlich Filzen und Stricken, z.B. Hauben oder Filzschuhe. In der Tanzmontage geht es darum, wir möchten mit unserem Tanz etwas ausdrücken. Ich bin bei biv-integrativ in der Beratergruppe tätig. Wir machen da Vorschläge für Kurse, die dann in den diversen VHS besucht werden können.

An der Universität Wien habe ich an dem Seminar 'Partizipative Forschungsmethoden' teilgenommen. Es ging dabei darum, gemeinsam mit Studierenden ein Thema zu erforschen und die Ergebnisse dann vor einem breiten Publikum zu veröffentlichen. Im Rahmen dieser Forschung war ich in Bad Boll bei einer Forschertagung.

Ich bin auch in der Referenzgruppe. Es ist uns wichtig, dass mit uns geforscht wird und nicht über uns. Hier ist es mir vor allem wichtig, Verbesserungsmöglichkeiten zu finden. Vor allem für  Behinderte egal welcher Art ist es mir wichtig, dass sie es einmal besser haben.

Rauchberger Monika


Ich heiße Monika Rauchberger. Seit 2002 arbeite ich bei Wibs. Ich bin seit 2 Jahren die Projektleiterin von Wibs. Wibs heißt 'Wir informieren, beraten und bestimmen selbst'. Wibs ist eine Beratungsstelle für Menschen mit Lernschwierigkeiten. Hier habe ich viele verschiedene Ausbildungen gemacht, wie Peer Counselling Ausbildung, Zukunftsplanungsausbildung und auch vieles andere.

Mein besonderes Forschungsinteresse gilt den Themen Selbstbestimmung und Teilhabe. Ich kann jetzt selbst bestimmen, weil ich lebe seit 2 1/2 Jahren alleine in meiner eigenen Wohnung. Es ist sehr wichtig, dass man selbstbestimmt leben kann, dadurch kann man viel ausprobieren und auch viel dazu lernen. Wenn man im Heim lebt, dann kann man nichts selbst bestimmen. Teilhabe ist für mich wichtig. Ich will überall teilhaben können, wo ich will. Und ich will auch in der Gesellschaft gesehen werden. Es sollte keine Barrieren geben.

Beim Forschungsprojekt der Uni Wien habe ich teilgenommen, weil ich gut über meine Lebensgeschichte reden kann. Außerdem kann ich mich gut in andere Menschen mit Lernschwierigkeit hinein versetzen und auch darüber reden.

Weitere Mitglieder der Referenzgruppe

Brandl Mario

Paukner Andreas

Pfennigbauer Ronald

Ohne Foto:

- Blaha Josef

- Cay Filiz


Schrift:

Vocational Participation of Persons with Intellectual Disabilities
Department of Education
University of Vienna

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